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Fragen an die Parteien anlässlich der Kommunalwahl 2020
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Zukunft der Seniorenpolitik für Lohmar
Fragen an die Parteien anlässlich der Kommunalwahl 2020

von Jürgen Karad, Lohmar 2020

Befragt werden die im Stadtrat vertretenen Parteien und Wählergruppen. Im Gegensatz zu vergangenen Kommunalwahlen, bei denen die Befragung im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung stattfand, muss bei dieser Kommunalwahl die Befragung schriftlich erfolgen. Die Auswertung der Antworten erfolgt über die örtliche Presse.

Themenkomplexe:
1. Älterwerdende Gesellschaft
2. Gesellschaftliche Solidarität
3. Ambulante und stationäre Versorgung

1. Thema: Älterwerdende Gesellschaft

[2030 werden in Lohmar mehr als 2.300 Bewohner (von ca. 30.000) älter als 80 Jahre sein. 1/3 der Bevölkerung ist über 60. In manchen Ortsteilen beträgt der Anteil der Älteren schon 40 %, zum Teil steigend auf fast 50 %]
1.1. Welche Möglichkeiten sieht die örtliche Politik bei der Gestaltung des Alterungsprozesses in unserer Gesellschaft?
1.2. Wie wollen Sie sicherstellen, dass ältere Lohmarer
entweder
a. solange wie möglich in ihrer bisherigen Wohnumgebung bleiben
und/oder
b. alternativ in bezahlbare, barrierearme Wohnungen umziehen können?

2. Thema: Gesellschaftliche Solidarität

[Einsamkeit im Alter, bedingt z.B. durch den Zerfall der Familienbande oder Altersarmut, sind ein wichtiges Thema in der Seniorenarbeit.]
2.1. Was werden Sie unternehmen, um Einsamkeit im Alter zu mindern?
2.2.: Wie lässt sich nachbarschaftliche Solidarität fördern?
2.3.: Welche Möglichkeiten sehen die Parteien bei der Unterstützung von Solidarisierungsprojekten?
[Z.B. bei Dezentralisierungsprojekten oder Generationsprojekten oder Mehrgenerationenwohnen in Birk, Betreutes Wohnen.]

Die Seniorenvertretung hatte vorgeschlagen, einen Mitarbeiter der Stadt als Ansprechpartner und Helfer für jene Gruppen zu benennen, die z.B. ein Straßenfest organisieren wollen, aber nicht wissen, was sie alles beachten müssen. (Absperrungen, Zelte, Grillvorrichtung, Hygiene, Erlaubnisbeantragung u.a.m.)

2.4. Wie stehen Sie zu dem Vorschlag? Wie können/ wollen Sie diese Personalfrage lösen?
2.5.: Wie wollen die Parteien sicherstellen, dass die Villa Friedlinde als Zentrum der Seniorenarbeit langfristig erhalten bleibt?
[Dreh- und Angelpunkt der Seniorenarbeit ist die Villa Friedlinde in Lohmar-Ort. Was dort geschieht, kann als Vorbild und Maßstab für ehrenamtliches, bürgerliches Engagement in Lohmar aber auch darüber hinaus angesehen werden. Dieses Engagement steht und fällt mit der Bereitschaft der Stadt, diese Leistungen personell und finanziell zu untermauern.]
2.6. Welche Möglichkeiten sehen die Parteien, die Informationslücken in den Nebenzentren zu schließen?

3. Thema: Ambulante und stationäre Versorgung

3.1.: Was kann, was will die Lokalpolitik leisten, um der Mangelsituation bei Fach- und Pflegekräften entgegen zu wirken?
[Es fehlen schon heute nicht nur Pflegeplätze in Altenheimen, sondern auch Kurzzeit- und Tagespflegeplätze. Es mangelt an Fachärzten und Allgemeinmedizinern. Es fehlt an Fachpersonal in der ambulanten und stationären Versorgung. Es fehlt an geeignetem Wohnraum für das Fach- und Pflegepersonal.]
3.2.: Was wollen die Parteien unternehmen, um dem ländlichen Image von Lohmar in der Zielgruppe Allgemeinmediziner und Fachärzte entgegen zu wirken?
3.3. Die Seniorenvertretung schlägt die Gründung eines medizinischen Versorgungszentrums vor.
3.3.1. Wie steht Ihre Partei zu dem Thema?
3.3.2. Welche Lösungsansätze und Lösungswege schlagen Sie vor?

[Die Seniorenvertretung schlägt erneut die Gründung eines MVZ's oder einer vergleichbaren organisatorischen Verbundlösung mit Schwerpunkt Allgemeinmedizin vor. Wir sehen die Aufgabe der Stadt sowohl in der finanziellen wie auch organisatorischen Begleitung des Gründungsprozesses des MVZ. Dazu gehört
1. eine akquisitorische Initiative in den Fachmedien, die die Vorzüge der stadtnahen (nahe bei Bonn und Köln) Wohn- und Lebenslage von Lohmar aufzeigt und die Hemmschwelle der jungen Fachkräfte in den ländlichen Raum zu wechseln aufweicht;
2. die Bereitstellung von geeigneten Praxisräumen in der Größenordnung von 160 bis 180 qm, ebenerdig oder mit Personenaufzug;
3. die Abfederung von finanziellen Risiken in der Startphase von Praxisgründungen;
4. die Unterstützung bei der Wohnungssuche von Praxisgründern und ihren Mitarbeitern.]

Frage 3.4.: Was kann die Politik tun, um der Mangelsituation in der stationären Versorgung zeitnah zu begegnen?
[Die stationäre Versorgung mit Langzeitpflegeplätzen aber auch mit Kurzzeit- und Tagespflegeplätzen ist mittelfristig nicht ausreichend, kaum oder gar nicht vorhanden. Schon in 2020 fehlen in Lohmar statistisch gesehen 40 Langzeitpflegeplätze. Diese Zahl steigt kontinuierlich auf ca. 120 Pflegeplätze bis 2040.]

Jürgen Karad 14.07.2020

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