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Cloud Computing an Schulen

von Jürgen Karad
Lohmar, den 3. Mai 2010

An den meisten Schulen ist Computernutzung inzwischen Alltag. Dies gilt sowohl für die Schulverwaltung als auch für den Unterricht. Neben der speziellen Nutzung von Computerräumen und der Verwendung von Präsentationstechniken durch Computer - Beamer-Anwendungen findet mehr und mehr die Whiteboard-Technik Einzug in den Unterricht.

Technik in ihrer Vielfalt
Zu jedem Computer, ob vernetzt oder allein, ob zur Präsentation oder Verwaltung gehören Computerprogramme, die das Arbeiten mit diesen Geräten ermöglichen.
Das bedeutet für die Schulen: jede Schule hat diese Programme in unterschiedlicher Qualität und Versionsständen. Betriebssysteme, Netzwerk-, Standardanwendungs-, Kommunikations-, Schulverwaltungs, Internetpräsentations-, Entwicklungs-,Verschlüsselungs-, Datenschutz- und Datensicherungsprogramme usw. Schulleitung und -Administratoren sind oft überfordert hier den Überblick zu wahren und einen gesicherten Betrieb zu gewährleisten. Insbesondere die Einbindung von Internet und Email-Kommunikation aber auch die Miniaturisierung von Kommunikations- und Datenspeicherungsmedien (Stichwort: Datenstick; I-Phone, I-Pad) machen es den Schulleitungen schwer, ihrer Verantwortung für einen elektronisch gestützten Verwaltungs- und Unterrichtsbetrieb gerecht zu werden.
Wie wäre es denn, wenn in den Schulen nur noch Bildschirme und Whiteboards, selten noch Tastaturen oder Computermäuse sowie die notwendigen Drucker vorhanden wären?
Was wäre, wenn alle übrigen Funktionen von Spezialisten in gesicherten Zonen ausgeführt würden?
Keine Querschläger durch übereifrige Computerfreaks, keine Viren, keine Würmer, kein lästiges Datensichern, kein mühsames Aufspielen von neuen Programmversionen, keine unzulässig kopierten Programme? So etwas geht und wird m.E. die Zukunft sein.
Es nennt sich "Cloud Computing".

Cloud Computing
Cloud Computing ist zunächst einmal nur ein Schlagwort. Jeder nutzt es nach Belieben, um auf seine Interessen hinzuweisen.
Hier der Versuch einer Beschreibung:
Cloud Computing umfasst On-Demand-Infrastruktur (Rechner, Speicher, Netze) und On-Demand-Software (Betriebssysteme, Anwendungen, Management- und Entwicklungs-Tools), die jeweils dynamisch und skalierbar an die Erfordernisse von Kunden und ihren Geschäftsprozessen angepasst werden. Dazu gehört auch die Fähigkeit, komplette Geschäftsprozesse von Schulen und Schulverwaltungen zu betreiben und zu managen. Cloud Computing ist demnach mehr als nur SaaS (Software as a Service) und Outsourcing, denn es übernimmt alle Prozesse, die für den geregelten Tagesablauf aus der Sicht der Anwender und der von ihnen eingesetzten Informations- und Kommunikationstechniken erforderlich sind.
Dazu zählt auch, das Social Computing stark wächst und eindeutig auch in Cloud-Systemen genutzt wird. Dazu gehören Web-Conferencing, Wikis, Blogs, "Facebooks" und Content Tagging sowie bereits etablierte kollaborative Geschäfts-Kommunikation wie Projektmanagement, Office Suites, White Boards, Kalender-Management und -Verwaltung.

Die Wolke ist schon über uns
Das Cloud Computing beeinflusst bereits heute unseren Umgang mit dem Internet. Ein Beispiel: Jeder kennt das praktische Kartentool Google Maps, mit dem man sich kostenlos und unkompliziert Routen berechnen lassen kann - die auf Wunsch auch in hochauflösenden Satellitenbildern dargestellt werden. Um eine Wegbeschreibung auszugeben oder auch nur auf Satellitenaufnahmen rein- und rauszoomen zu können, sind aufwendige Rechenoperationen nötig. Die laufen aber nicht auf dem eigenen PC ab, sondern in den riesigen Serverfarmen von Google. Dort sind sämtliche Kartendaten der Erdoberfläche gespeichert, denn deren gigantischer Datenumfang würde nicht einmal ansatzweise auf einen Heimcomputer passen. Mit diesen Daten und Programmroutinen wird auf den Google-Servern die Anfrage des Nutzers bearbeitet und das Ergebnis schließlich im Browser-Fenster dargestellt. Sämtliche Arbeit macht also fremde Hardware, die Berechnungen laufen in der Wolke ab. (Beispiel aus: http://www.stern.de/digital/online/it-trend-cloud-computing-rechnen-in-der-wolke-656991.html)

Whiteboards als Initialzünder
Das Whiteboard ist zunächst nur eine Tafel, die ohne Kreide auskommt. Für die wachsende Wolke ist das Whiteboard eine von vielen Anwendungen. In Kombination aber eine Revolution für den computergestützten Unterricht an Schulen.
Vielfalt und Eigenständigkeit werden zugunsten von Einheitlichkeit und Zentralismus aufgegeben. Liebgewonnene Sonderlösungen von engagierten Lehrern beim computergestützten Unterricht bleiben auf der Strecke.
Positiv wirkt sich aus, dass zentrale Anbieter hochwertige Anwendungen zusammen mit den Schulen entwickeln können, die einzelne Lehrer aus Kostenüberlegungen und aus Gründen der Programmiervorerfahrung kaum leisten können. Neue und erfolgversprechende Apps (Application) finden ihren Weg in den Schulalltag. Der Kostenfaktor "Computer" wird transparent. Bezahlt wird nur, was tatsächlich genutzt wird. Alle Anwendungen sind autorisiert und lizensiert. Anwendungen und Netzkommunikation werden von den Cloudbetreibern gesichert.
Die Computertechnik an Schulen besteht nur noch aus Bildschirmen, Whiteboards, Tastaturen und Drucker an wenigen Plätzen, sowie speziellen Sonderanschlüssen zwischen Whiteboard und Biologie- oder Chemiearbeitsplätzen. Und nicht zu vergessen: einem Hochleistungsnetzwerk.
Der verringerte Aufwand, insbesondere bei Ersatzinvestitionen im schnelllebigen Computermarkt, kann in hochwertige Bildschirmtechnik, mehr Whiteboards und qualifizierte Schulung der Lehrer an den neuen Medien umgeleitet werden.
Das Beispiel "Google Maps" macht deutlich, welcher Qualitätssprung in der Nutzung von Clouds hervorgerufen werden kann.
Die Globalisierung unseres Alltages macht auch vor Schulen nicht halt.

J. Karad
3. Mai 2010

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