Cloud Computing an Schulen -
Hoffnung für Schulleitungen?
von Jürgen Karad
Lohmar, den 27. Mai 2010
An den meisten Schulen ist Computernutzung inzwischen Alltag. Dies gilt sowohl für die Schulverwaltung als auch für den Unterricht. Neben der speziellen Nutzung von Computerräumen und der Verwendung von Präsentationstechniken durch Computer - Beamer-Anwendungen findet mehr und mehr die Whiteboard-Technik Einzug in den Unterricht. Daneben spielt das Internet eine zunehmende Rolle.
Technik in ihrer Vielfalt
Schulen verhalten sich im Umgang mit Computertechnik wie mittelständische Unternehmen,
entsprechend den eigenen Bedürfnissen und Vorlieben der Nutzer, deren Chefs oder deren Sponsoren oder geschickter Verkäufer werden Techniken und Programme angeschafft und benutzt.
Ob vernetzt oder allein, ob zur Präsentation oder Verwaltung, ob zum Spielen oder Experimentieren bleibt zufallsgesteuert.
Das bedeutet für die Schulen: jede Schule hat Techniken und Programme in unterschiedlicher Qualität und unterschiedlichen Versionsständen. Betriebssysteme, Netzwerk-, Standardanwendungs-, Kommunikations-, Schulverwaltungs-, Internetpräsentations-, Entwicklungs-, Verschlüsselungs-, Datenschutz- und Datensicherungsprogramme usw. sind mehr oder weniger aufeinander abgestimmt.
Schulleitung und -administratoren (soweit überhaupt vorhanden) sind oft überfordert hier den Überblick zu wahren und einen gesicherten Betrieb zu gewährleisten.
Insbesondere die Einbindung von Internet und Email-Kommunikation aber auch die Miniaturisierung von Kommunikations- und Datenspeicherungsmedien (Stichwort: Datenstick; I-Phone, I-Pad) machen es den Schulleitungen schwer, ihrer Verantwortung für einen elektronisch gestützten Verwaltungs- und Unterrichtsbetrieb gerecht zu werden.
Vielleicht ist die Kenntnis der eigenen Unzulänglichkeit auf dem Computersektor ja mit ein Grund für die Empfehlung der Landesbehörde, wichtige Schülerdaten auszudrucken und in der Handakte abzulegen.
Technik der Zukunft
Diese Vielfalt der Techniken und Anwendungen, die Unsicherheit über den ordnungsgemäßen und funktionssicheren Umgang mit den elektronischen Hilfsmitteln und das hohe potentielle Risiko der Schulleitung bei Missbrauch und Ausfall ließe sich vermeiden, in dem man weitestgehend alle Leistungen, die nicht zum eigentlichen Unterricht oder zur eigenen Administration gehören, auf Personen und Organisationen überträgt, deren einziges Interesse darin besteht, die notwendigen Leistungen gegen Entgelt zur Verfügung zu stellen.
Die Schule der Zukunft ist vergleichbar einem Mietshaus mit einer gemeinschaftlichen Satellitenschüssel auf dem Dach. In jeder Wohnung sind ein oder mehrere Steckdosen, die den Empfang von fast beliebig vielen Fernsehprogrammen ermöglichen. Gegen eine bestimmte Gebühr kann nun der Mieter fernsehen. Will er mehr, z.B. Spartenprogramme oder Sportprogramme, dann muss er zuzahlen.
Die Schule der Zukunft hat ebenfalls einen gemeinsamen elektronischen Außenanschluss und beliebig viele Steckdosen im Haus.

Diese Schule hat nur noch Bildschirme, Whiteboards, selten noch Tastaturen oder Computermäuse sowie die notwendigen Drucker und Telefone (mit und ohne Video).
Jedes Gerät ist per Steckdose via Kabel oder kabellos mit dem Abschlussgerät verbunden, über das die Schule mit einem externen Dienstleister kommuniziert.
Dieser Dienstleister stellt alle Funktionen bereit, die die Schule benötigt.
Das sind vor allem Betriebssysteme, Netzwerk-, Standardanwendungs-, Kommunikations-, Schulverwaltungs-, Internetpräsentations-, Entwicklungs-, Verschlüsselungsprogramme sowie gesicherten Zugang zum Internet. Er ist verantwortlich für Datenschutz- und Datensicherung sowie für ausreichende Kapazitäten.
Auf der Schulseite gibt es keine technische Möglichkeit in das System einzugreifen. Das Aufspielen von eigenen Programmen, Filmen, CDs, Inhalten von Speichermedien ist nicht möglich.
Keine Querschläger durch übereifrige Computerfreaks, keine Viren, keine Würmer, kein lästiges Datensichern, kein mühsames Aufspielen von neuen Programmversionen, keine unzulässig kopierten Programme an der Schule mehr.
Das bedeutet aber auch: Vielfalt und Eigenständigkeit werden zugunsten von Einheitlichkeit und Zentralismus aufgegeben. Liebgewonnene Sonderlösungen von engagierten Lehrern beim computergestützten Unterricht bleiben auf der Strecke.
Positiv wirkt sich aus, dass zentrale Anbieter hochwertige Anwendungen zusammen mit den Schulen entwickeln können, die einzelne Lehrer aus Kostenüberlegungen und aus Gründen der Programmiervorerfahrung kaum leisten können. Neue und erfolgversprechende Anwendungen finden ihren Weg in den Schulalltag.
Der Kostenfaktor "Computer" wird transparent. Bezahlt wird nur, was tatsächlich genutzt wird. Alle Anwendungen sind autorisiert und lizensiert. Anwendungen und Netzkommunikation werden von dem Dienstleister gesichert.
Die Schulleitung kann wieder ruhig schlafen.
So etwas geht und wird m.E. die Zukunft sein.
Es nennt sich "Cloud Computing".
Wie im Beispiel des Satellitenfernsehens sucht sich der Lehrer, die Schulleitung, die Verwaltungsangestellte das Programm/Hilfsmittel aus, welches er/sie benötigt, um z.B. einen Raumbelegungsplan zu erstellen, um den Zeugnisdruck vorzubereiten, den Biologieunterricht abwechslungsreicher zu gestalten, die Schulhomepage zu überarbeiten oder mit Hilfe spezieller Programm-Module zusammen mit den Schülern Programmierübungen durchzuführen. Was hinter dem Bildschirm, dem Whiteboard oder dem Drucker geschieht, das interessiert die Nutzer in der Regel nicht. Das ist Aufgabe der "Cloud"-Dienstleister, dafür werden sie bezahlt.
Für Schulleitungen ohne vertiefende EDV-Kenntnisse, die trotz allem die Verantwortung für das Gesamtgeschehen tragen, ist das eine bedenkenswerte Lösung eines Problems.
Lassen Sie sich bei der Entscheidungsfindung und - wichtiger - bei der Umsetzung von uns unterstützen!
Jürgen Karad
27. Mai 2010
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